In 2003 standen die Mitglieder des Stiftungsrates vor der Herausforderung, ihre Arbeit im Sinne der Satzung und den in 2001 aufgebauten Strukturen fortzusetzen, obwohl dies durch zwei nicht vorhersehbare Umstände erschwert wurde:
• vier Stiftungsratsmitglieder konnten im Jahr 2003 für die Stiftung gar nicht oder nur sehr eingeschränkt tätig werden, da sie ihre Promotionsarbeiten fertig stellen mussten.
• von den zehn Aktiven der Stiftung (erweiterter Stiftungsrat) sind inzwischen, aufgrund beruflicher Notwendigkeiten, vier Personen in weiter entfernten Orten ansässig. Deshalb können sie an den vierzehntätigen Treffen in Wuppertal und an der Vorbereitung lokaler Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen.
Trotz dieses für unsere kleine Gruppe beachtlichen Handicaps, gelang es uns, die 2002 begonnene Arbeit fortzusetzen. Die Ziele unserer Satzung konnten wir aus unserer Sicht in durchaus befriedigender Weise umsetzen. Dies wurde aufgrund der Kontinuität der Arbeit der lokal anwesenden fünf Stiftungsratsmitglieder und dem längerfristig terminierten Dazu- Stossen der übrigen Stiftungsratsmitglieder möglich.
Die Vernetzung und Kontinuität der Debatte im gesamten Stiftungsrat wurde dabei durch die intensivierte Kommunikation per e-mail vorangetrieben. In 2003 führte der Stiftungsrat sechs „Stiftungssamstage“ durch. An diesen nahm der gesamte Stiftungsrat teil. Diese Samstage dienten:
• der Festigung der Gruppe,
• der Vertiefung der in den Wuppertaler Treffen erarbeiteten Ergebnisse,
• der Konkretisierung der damit zusammenhängenden Planungen,
• der Diskussion gesellschaftspolitischer Fragestellungen,
• der gemeinsamen Erarbeitung relevanter Texte,
• der Vorbereitung von Veranstaltungen.
Veranstaltungen
Neben den internen Treffen, die für die Erreichung der Zielsetzungen unserer Stiftung von wesentlicher Bedeutung sind, fanden in 2003 folgende von uns organisierte und durchgeführte öffentliche Veranstaltungen statt:
• 15.2.2003
Stiftungsversammlung mit 9 externen Siftungsversammlungsmitgliedern.
Im Rahmen der Stiftungsversammlung, die gegen 14.00 Uhr begann und nach einem gemeinsamen Abendessen gegen 23.00 Uhr endete, präsentierten wir die bisherigen theoretischen Debatten und praktischen Aktivitäten unserer Stiftung. Zudem stellte der Stiftungsrat die weiteren Planungen, insbesondere die Jahresplanung 2003 vor. Der rege Austausch mit den TeilnehmerInnen brachte viele wertvolle Anregungen und Hinweise. Für uns besonders wichtig war, dass es in den sehr offenen Gesprächseinheiten auch Raum für die kritische Erörterung unserer Arbeit gab. Unseres Erachtens ist es für die Stiftung W. von großer Bedeutung, in der Stiftungsversammlung auf Menschen zu treffen, die kompetent auch Schwächen unserer Ansätze, Arbeitsweisen und Vorhaben ansprechen.
• 10.04.2003
Veranstaltung (Diapräsentation und Diskussion) mit dem Dokumentarphotographen Tobias Zielony zu dem russischen Photographen Boris Mikhailov.
Thema: »Die alltägliche Gewalt in der ehemaligen Sowjetunion und die Würde des Menschen angesichts zunehmender Brutalisierung und der allumfassenden Macht des Geldes«
Ort: Alte Feuerwache, Wuppertal. 30 Teilnehmende.
• 22.07.2003
Veranstaltung mit dem Journalisten und Buchautor Mark Terkissidis
Thema: »Mehr Krieg für alle! Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert. Eine Auseinandersetzung zu der Implementierung militaristischer Ausdrucksformen in der Alltagskultur«
Ort: Alte Feuerwache, Wuppertal. 35 Teilnehmende.
• 02.09.2003
Veranstaltung mit dem Soziologen Prof. Dr. Alex Demirovic
Thema: »Salonfähig rechts und bürgerfreundlich fremdenfeindlich. Konjunkturen des Rassismus – eine Auseinandersetzung mit rassistischen Diskursen in Politik und Alltag«
Ort: Alte Feuerwache, Wuppertal. 50 Teilnehmende.
• 11.10.2003
Veranstaltung mit dem Publizisten und Buchautor Robert Kurz
Thema: »Sozialabbau - Zwischen Ohnmacht und Ich-AG. Eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Umstrukturierung und den Auswirkungen der aktuellen Kürzungen im Sozialbereich«
Ort: Alte Feuerwache, Wuppertal. 100 Teilnehmende.
Dieser Abendveranstaltung ging eine Tagesveranstaltung im erweiterten Stiftungsrat (12 Personen) mit Robert Kurz und Roswitha Scholz (ebenfalls politische Publizistin und Buchautorin) voraus. In diesem Rahmen wurde es möglich, mit den beiden Gästen sehr ausführlich die Grundlagen ihrer Forschung und damit divergierende sowie korrespondierende Theorien zu erörtern. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist geplant.
Sonstige Aktivitäten
Zusätzlich zu den vorstehend genannten Veranstaltungen verfassten Mitglieder der Stiftung W. in 2003 einen Nahost-Reader sowie verschiedene andere Artikel zu politischen Fragestellungen. Neben der Publikation in Zeitschriften etc. ist es das Ziel, verstärkt Materialien dieser Art im Internet zu präsentieren, um so mit anderen politisch engagierten und interessierten Menschen in Kontakt und Austausch zu kommen.
2003 wurde erstmalig eine Homepage der Stiftung eingerichtet. Da sie allerdings noch nicht in vollem Umfang unseren Ansprüchen entspricht, wird derzeit an ihrer Verbesserung gearbeitet.
Im Auftrag der Stiftung W. produzierte das HAMLET-Theater das Theaterstück »Reisen a la Cubana«, das sich mit Fragen von Migration und Flucht auseinandersetzt. Die Uraufführung fand am 11.10.2003 im Nachbarschaftsheim Wuppertal statt. Ihr folgten 15 Aufführungen am selben Ort. Die Stiftung W. beteiligte sich als Inspirator und Mitveranstalter mit 3.000,- Euro an den Produktionskosten von insgesamt Euro 12.818,07.
Das Wuppertaler Medienprojekt erhielt für die Erstellung des fünften Teiles seiner Irak-Dokumentation »Hallo Krieg« einen Zuschuss in Höhe von 2.500,- Euro. Diese Dokumentation setzt sich in Interviews mit Jugendlichen aus den USA, Irak und Deutschland mit der Vorbereitung und späteren Durchführung des Irak-Kriegs auseinander. Die Filmreihe wurde vor viel Publikum mit großem lokalem wie überregionalem Medienecho gezeigt.
Das Stiftungsratsmitglied Dr. Annette Massmann publizierte in 2003 ihre Doktorarbeit mit dem Thema: »Kuba. Medien, Globalisierung, Macht«. Die Dissertation thematisiert, ausgehend von der Analyse einer wirtschaftlichen Krise in Kuba, die Auswirkungen von neoliberalen Transformationsprozessen und Globalisierungstendenzen im Mediensektor. Frau Dr. Massmann führte für die Stiftung eine Vortragsveranstaltung durch und wird in 2004 im Internet-Forum der Stiftung W. die Kernthesen ihrer Arbeit in einer für dieses Medium geeigneten Kurzfassung präsentieren.
Ausblick
Zu Beginn des Jahres werden die Stiftungsratsmitglieder in zwei internen, moderierten Wochenendworkshops nach Möglichkeiten und Strategien suchen, trotz eingeschränkter Kapazitäten (die Stiftung wird nur durch ehrenamtliche Arbeit getragen) und den geschilderten örtlichen und beruflichen Erschwernissen, die öffentliche Wirksamkeit der Stiftung W. sukzessive weiter zu erhöhen.
Im Anschluss an die Workshops werden die Ergebnisse im Rahmen einer Stiftungsversammlung präsentiert und erörtert. Wir gehen davon aus, daß die maßgeblichen Vorhaben für das Jahr 2004 und ggf. darüber hinaus in dieser Stiftungsversammlung beschlossen werden.
Wuppertal, den 31.12.2003
Der Bericht kann hier als Pdf-Dokument herunter geladen werden.

