Ort: VHS Bochum
Beginn: 19.00 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro
In Kooperation mit der VHS Bochum und dem Genarchiv Essen führen wir eine dreigliedrige Veranstaltungsreihe durch zu der Frage: »Was ist dran an der 'Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs'?« Alle Veranstaltungen finden in der VHS Bochum (Gustav-Heinemann-Platz) statt und kosten 3,50 Euro Eintritt.
Die HPV-Impfung wird allgemein als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs propagiert. HPV steht für Human Papilloma Virus. Mit Schlagzeilen wie »Impfung gegen den Krebs«, »Immun gegen Krebs« oder »Drei Piekser für die Ewigkeit bewahren vor Schmerzen und Tod« wurde die Zulassung der ersten HPV-Impfung in Deutschland im Oktober 2006 euphorisch gefeiert. Bereits im März 20076 hat dann die Ständige Impfkommission (STIKO) diese Impfung in den Katalog der empfohlenen Impfungen für 12-17jährige Mädchen aufgenommen. Dadurch sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, sie für diese Zielgruppe zu bezahlen.
Doch unbestritten ist: Die HPV-Impfung schützt nicht vor Krebs! Das behaupten die Hersteller auch gar nicht. Die Marketingstrategen wissen aber, dass die Drohung einer möglichen Krebserkrankung Angst macht, dass die Angst der Mütter um ihre Töchter eine Not und einen Entscheidungsdruck erzeugt, dass die Töchter nicht abseits stehen wollen, wenn Rettung angeboten wird.
Noch vor zwei Jahren fühlte sich keine Mutter durch Gebärmutterhalskrebs direkt bedroht, kannten die Töchter kein HPV. Es ist nichts passiert, keine Epidemie, kein enormes Ansteigen einer seit vielen Jahren rückläufigen Krebserkrankung und dennoch funktionieren die Verkaufsargumente.
Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir den HPV-Impfstoof, die Impfung, die Erkrankung, die Studien und deren Durchführung in Ländern der Dritten Welt beleuchten und diskutieren. Die Veranstaltungen im Einzelnen:
Dienstag, 12.02.2008, 19.00 Uhr, VHS Bochum, Raum 1026
Impfung gegen Krebs!
Referentinnen: Cornelia Baumgart und Beate Zimmermann, Ärztinnen, Gen-Archiv Essen
In dieser Veranstaltung geht es ganz konkret um den Gebärmutterhalskrebs und die HPV-Impfung, um die gentechnisch hergestellten Impfstoffe und ihre nachgewiesenen und behaupteten Wirkungen, um Nebenwirkungen, um die Zahlenspielereien der Pharmaindustrie und um die Frage nach Alternativen zur Impfung.
Dienstag, 26.02.2008, 19.00 Uhr, VHS Bochum, Raum 1048
Studien lesen lernen!
Referentin: Anke Steckelberg, Universität Hamburg (Gesundheitswirtschaft)
In dieser Veranstaltung geht es um die Grundlagen medizinischer Forschung. Welche Studien sind notwendig, um Aussagen zur Wirksamkeit einer Behandlung machen zu können? Wie können Studienergebnisse verstanden und beurteilt werden?
Dienstag, 11.03.2008, 19.00 Uhr, VHS Bochum, Raum 1048
Frauen in Costa Rica als Versuchskaninchen?
Referentin: Monika Feuerlein, Gen-ethischer Informationsdienst, Berlin
Hier wird der Frage nachgegangen, an welchen Menschen eigentlich die vielen neuen Arzneimittel vor ihrer Zulassung getestet und erprobt werden. Beispiel Cervarix: dieser HPV-Impfstoff wurde in großem Stil an Frauen in Costa Rica getestet. Inzwischen werden die meisten Medikamente für die Menschen in den wohlhabenden Ländern an Menschen der sogenannten Dritten Welt erprobt. Was das bedeutet und wie das konkret vor sich geht wird hierzulande gerne geschwiegen. In dieser Veranstaltung erfahren Sie mehr.

